Ergebnisse · Stand 07.09.2026

Was rumänische Gemeinden wirklich brauchen

Wir haben 3.001 Gemeinden gefragt, wie sie heute mit Straßen- und Besitzerhunden umgehen und wo sie an Grenzen stoßen. 105 Antworten konnten wir auswerten. Hier sind die Ergebnisse – vollständig und ohne Beschönigung.

Angeschriebene Gemeinden
3.001
Antworten eingegangen
132
entspricht 4,4 % Rücklauf
Ausgewertete Antworten
105
mit ausdrücklicher Einwilligung

Wie diese Zahlen zu lesen sind

  • Von 3.001 angeschriebenen Gemeinden haben 132 geantwortet. Ausgewertet sind die 105 Antworten, für die eine ausdrückliche Einwilligung zur Auswertung vorliegt.
  • Eine Rücklaufquote von 4,4 % bedeutet: Die Teilnehmenden sind eine selbstselektierte Gruppe – vermutlich Gemeinden mit überdurchschnittlicher Verwaltungskapazität, wahrgenommenem Handlungsdruck oder beidem.
  • Die Ergebnisse sind als Bild der antwortenden Gemeinden zu lesen, nicht als repräsentativer Querschnitt aller rumänischen Gemeinden.
  • Gemeinden werden ausschließlich auf Kreis-Ebene ausgewiesen, niemals namentlich. Stand der Auswertung: 07.09.2026.

Wer geantwortet hat

105 antwortende Gemeinden
Region (historische Landesregion)
Moldova
32
Muntenia
26
Transilvania
19
Banat
8
Crișana
6
Oltenia
6
Maramureș
5
Dobrogea
3
Gemeindegröße (Einwohner)
2.000–10.000
69
unter 2.000
21
10.001–50.000
13
über 50.000
2

Die Erhebung erreicht vor allem kleine und mittlere Landgemeinden – genau dort, wo Straßenhunde selten auf eigene Strukturen treffen.

Die Situation vor Ort

Selbsteinschätzung der Gemeinden
Freilaufende Hunde (geschätzt)
0–20
34
21–50
32
51–150
21
151–400
10
über 400
1
unbekannt
7
Entwicklung (letzte 2 Jahre)
stark rückläufig
13
leicht rückläufig
26
stabil
31
leicht steigend
20
stark steigend
15
Unkastrierte Hunde – inklusive Hunde mit Besitzer
33 Gemeinden können diese Zahl gar nicht einschätzen.
Bei den sichtbaren Straßenhunden mussten nur 7 Gemeinden passen. Kastration betrifft aber nicht nur Straßenhunde, deshalb wurde bewusst nach allen unkastrierten Hunden gefragt – und dort endet die Kenntnis der Verwaltung.

Was bisher getan wird

Aktuell genutzte Maßnahmen · Mehrfachnennung möglich
CNVR – Fangen, Kastrieren, Impfen, Zurücksetzen
43
keine systematische Methode
42
Vermittlung / Adoption
25
Shelter dauerhaft
17
Tötung
6
Der auffälligste Befund
Fast ebenso viele Gemeinden arbeiten ohne jede systematische Methode, wie CNVR einsetzen.

Welche Strukturen fehlen

Ressourcen in den antwortenden Gemeinden
79 %
kein eigenes Tierheim
83 von 105
55 %
kein festes Jahresbudget
58 von 105
57 %
keine feste Zuständigkeit
60 von 105
Tierärztliche Versorgung
eigener Tierarzt / Vertrag
45
nächster < 20 km
32
keine geregelte Versorgung
21
nächster > 20 km
7
Budget pro Jahr
kein festes Budget
58
25.000–100.000 RON
25
unter 25.000 RON
14
100.001–250.000 RON
6
über 250.000 RON
2

Wo der Schuh am meisten drückt

Sieben Bereiche, bewertet auf einer Skala von 1 bis 5

Die Gemeinden haben sieben Bereiche bewertet: 1 = kein Problem, 5 = großes Problem. Ausgewiesen ist jeweils der Durchschnitt aller 105 Antworten. Zwei Bereiche brauchen eine Erläuterung, weil ihre Bezeichnung missverständlich sein kann:

Rechtliche / administrative Anforderungen

Der bürokratische Aufwand bei der Umsetzung – Genehmigungsverfahren, Vergabevorschriften, Berichtspflichten gegenüber Kreisrat und Präfektur. Nicht gemeint sind rechtliche Fragen des Tierschutzes selbst.

Akzeptanz / Bürgerbeschwerden

Wie sehr die Umsetzung durch mangelnde Akzeptanz in der Bevölkerung erschwert wird – Beschwerden über Straßenhunde, aber auch Widerstand gegen bestimmte Maßnahmen.

Rechtl. / administrative Anford.
Ø 2,83
Akzeptanz / Bürgerbeschwerden
Ø 2,71
Tierärztliche Kapazität
Ø 2,70
Finanzierung / Budget
Ø 2,45
Vermittlung / Adoption
Ø 2,27
Personal / Know-how
Ø 1,85
Infrastruktur
Ø 1,74
Bemerkenswert
Nicht Geld und nicht Personal stehen oben, sondern Bürokratie und Akzeptanz vor Ort.
Alle sieben Werte liegen unter 3 – die Belastung wird im Mittel als moderat eingestuft. Entscheidend ist deshalb weniger die absolute Höhe als die Reihenfolge.

Zusammenarbeit bisher

Erfahrung mit Tierschutzorganisationen
Kooperationsstatus
nie
63
aktuell laufend
23
früher, aktuell nicht
19
Grund, falls „nie“ (n = 63)
keine Organisation bekannt
19
kein Bedarf
18
Vorbehalte
16
Sonstiges
8
Der häufigste Grund für „nie“
Nicht fehlender Bedarf, nicht Ablehnung – sondern: keine Organisation bekannt.

Welche Unterstützung gewünscht wird

Mehrfachnennung möglich · 105 Gemeinden
Gewünschte Unterstützungsart
Kastrationsprogramme
93
Registrierung / Chip
54
Förderung von Adoptionen
44
Bildungsarbeit
44
Entwurmung / Impfung
42
Tierheime
41
Geschätzter Bedarf (pro Jahr)
25.000–100.000 RON
47
100.001–250.000 RON
16
nicht einschätzbar
16
unter 25.000 RON
13
250.001–500.000 RON
7
über 500.000 RON
6

Gefragt war der jährliche Unterstützungsbedarf – unabhängig vom aktuellen eigenen Budget. Zur Einordnung: 100.000 RON entsprechen rund 20.000 Euro.

Eindeutigstes Ergebnis der gesamten Erhebung
93 von 105 Gemeinden wünschen sich Unterstützung bei Kastrationsprogrammen.

Wo der Handlungsdruck am größten ist

Priorisierungs-Kandidaten

Am Ende des Fragebogens standen zwei Fragen: „Wie dringend ist der Handlungsbedarf?“ und „Wie offen sind Sie für eine Zusammenarbeit mit CAMRO?“ – jeweils auf einer Skala von 1 bis 5. Als Priorisierungs-Kandidat gilt eine Gemeinde, die beide Fragen mit 4 oder 5 beantwortet hat.

53
Priorisierungs-Kandidaten
von 105 Gemeinden – die Hälfte
29
Kreise mit mindestens einem Kandidaten
ohne Nennung einzelner Gemeinden
Kreise mit den meisten Kandidaten
Galați 4Iași 4 Vaslui 4Prahova 3 Brăila 3Sibiu 3 Buzău 2Olt 2 Teleorman 2Timiș 2 Mureș 2Vâlcea 2 Caraș-Severin 2Ialomița 2 Vrancea 2

Aus Datenschutzgründen werden ausschließlich Kreise genannt. Weitere 14 Kreise haben jeweils einen Kandidaten.

Was schon gut funktioniert

Kooperationen, die von Gemeinden mit 5 von 5 bewertet wurden
OrganisationKreisWas daran gut war
Arca lui NorocelPrahovaMehrere erfolgreiche Kastrationskampagnen mit spürbarer Wirkung in der Gemeinde
Tierhilfe Hoffnung – Adăpostul SmeuraArgeșRegelmäßige Kastration und Chippierung – bei Straßenhunden ebenso wie bei Hunden mit Besitzer
Asociația Sprijină Câinii VasluiVasluiEindämmung der unkontrollierten Vermehrung von Straßenhunden
Asociația YOYO SaschizMureșKonstante, prompte Unterstützung mit Finanzierung und Sachspenden, sehr gute Kommunikation
C1 TierschutzTimișÜber 160 kastrierte Tiere in zwei Kampagnen im letzten Jahr, die dritte ist bereits organisiert
Happy Tails BrașovBrașovDreiecksmodell: Tierarztpraxis übernimmt das Einfangen, Tierheim übernimmt Unterbringung und Vermittlung

Wo Tierschutzorganisationen sitzen

Externer Vergleich · nicht Teil der Bedarfserhebung
București + Ilfov
46
Iași (Moldova)
8
Galați (Moldova)
7
Bacău (Moldova)
6
Neamț (Moldova)
6
Suceava (Moldova)
6
Sibiu (Transilvania)
4
Vaslui (Moldova)
2
Botoșani (Moldova)
2
Vrancea (Moldova)
2
Bihor (Crișana)
2

Stichprobe aus einem einzelnen Online-Verzeichnis (protectiaanimalelor.org, September 2026). Kein Anspruch auf Vollständigkeit – die Zahlen zeigen eine Tendenz, keine amtliche Statistik.

Gemeinden und Organisationen finden nicht zueinander

Was wir aus der Erhebung mitnehmen

Der häufigste Grund dafür, dass eine Gemeinde noch nie mit einer Tierschutzorganisation zusammengearbeitet hat, ist weder fehlender Bedarf noch Ablehnung – es ist fehlende Kenntnis. Gleichzeitig arbeiten in Rumänien zahlreiche Organisationen und mobile Kastrationsteams, die genau diese Lücke schließen könnten.

Deshalb bauen wir als nächsten Schritt eine nach Regionen sortierte Übersicht auf: Organisationen und Kastrationsteams, die in Rumänien tätig sind – damit jede Gemeinde sehen kann, wer in ihrer Nähe arbeitet.

Sie sind eine Organisation oder ein Kastrationsteam und möchten in diese Übersicht aufgenommen werden? Melden Sie sich bei uns.

Danke an alle Gemeinden, die sich die Zeit genommen haben

105 ausgewertete Antworten aus acht Regionen Rumäniens zeigen, wo Straßenhunde ein Thema sind, wo Strukturen fehlen und wo Gemeinden bereit sind, etwas zu verändern.

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